von Richard Mährlein
Munch mutet uns mit dem „Schrei“ viel zu und irritiert bei der Bilderschließung.
Stellt er einen Warner, einen vom irgendeinem Entsetzen Ergriffenen dar, einen Irren gar? Aus dessen Mund ein schauerlicher Schrei, der durch Welt und Bild hallt. Ein persönliches Drama, ein Protest gegen den Untergang? Die Figur hat wohl eine Brücke überschritten uns sieht für sich eine Gefahr. Rollt diese auf ihn zu? Will der Schrei warnen – vor einem höllisch Entsetzlichen?
Mir kam der Titel „Wir sind Munch“ in den Sinn, weil wir alle seit langem Grund für einen gemeinsamen Schrei hätten – wegen Klimakatastrophen, Krisen, Kriegen … Deshalb habe ich die Induvidien zusammen getrieben und in den Feuerofen gesteckt, den sie selbst mit Heizmaterial geladen haben. Und nun bringt sie das Erdenfeuer zum Schreien. Schrecklicher Gedanke. Wird die Welt zur Hölle?
Ich versuche ein gläubiger Mann zu sein, der sich Hirn und Herz nicht nehmen lässt – trotzalledem! Und ich warte in Demut auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Derweil pflanze ich Apfelbäumchen, ernte Kartoffeln und zeichne oder Male. Trotzalledem!
Richard Mährlein (*1947) ist promovierter Pädagoge und umweltpolitisch agierender Karikaturist aus Puschendorf (Bayern).

„Im Feuerofen“ von Richard Mährlein, 01.08.2026
